Der persische Tanz

Persischer TanzDer klassische persische Tanz findet seinen Ursprung im 18. und 19. Jahrhundert (Quadjar Dynastie), in der Zeit der höfischen Tänze.

Kokette Blicke, feine Hand- und Armbewegungen, weiche ineinander fließende Körperbewegungen geben diesem Tanz seine Anmut. Zarte Miniaturbilder aus altpersischen Märchen und Mythen werden zum Leben erweckt.

Die sanfte Ausstrahlung, die den Zuschauer an die reine Liebe und das Gute erinnern sollen, werden von den Tanzspezialisten als eines der wichtigsten Kriterien angeschaut. Die Tänzerin neckt das Publikum mit ihren koketten Blicken und zeigt eine Vielfalt an Ausdrücken: Widerstreben, Freude, Sinnlichkeit, Stolz und Gelächter. Natürlich bewegen sich die Arme und Drehungen und kleine Hüftbewegungen gehören zum Stil. Aber Bewegung ohne Ausdruck kann nicht als wahrer persischer Stil angesehen werden.

Klassisch persische Armbewegungen können auch in anderen Tanzstilen wie usbekischen, aserbaijanischen, afghanischem Tanz und sogar Orientalischen Tanz entdeckt werden.

Die Musik für diesen weich, rund und fließend, in allem sehr weiblich anmutenden Tanz besitzt üblicherweise einen Rhythmus im 6/8-Takt.

Bedingt durch die multikulturelle Gesellschaft Persiens (heute Iran), kann man nicht von dem iranischen Tanz oder gar einer Art iranischem Nationaltanz sprechen.

Die Bevölkerung Irans setzt sich aus verschiedenen Ethnien zusammen, deren hauptsächliche sind: Kurden, Turkmenen, Azerbaijaner, Araber, Belutschen, Perser, deren vielfältige Stämme und Unterstämme (z. B. Luren, Bakhtiaren, Taleshi) sowie Nomaden, wie z. B. die Qashqai. Daß die persische Sprache die Nationalsprache des Iran ist, ist zum einen durch die persische Bevölkerungsmehrheit (ca. 50%), zum anderen durch die über 2500jährige Geschichte des Landes zu erklären. Jede dieser Bevölkerungsgruppen drückt sich durch ihre eigene Identität aus, durch Sprache, Kleidung, Musik und auch durch den Tanz.